Verfasst von: kiwikornell | 5. Januar 2010

Mo – 04.01.2010 – Frust und Lust

Wurden wir gestern durch sanftes Schaukeln geweckt, so war dies heute ein sehr kräftiges Rütteln das uns aus den Träumen riss. Ein böiger, kalter Sturm fegte von den Bergen herunter, sodass die Camper wackelten wie Oma’s Schokopudding. Wir sind hier im Schatten des ,Mount Cook‘ am Beginn des hochalpinen Geländes der ,Southern Alps‘ – also praktisch vis-a-vis vom ,Franz Josef Glacier‘. In der weiteren Umgebung hier gibt es 19 Dreitausender und über 140 Zweitausender. ,Mount Cook‘ ist die höchste Erhebung mit 3.754 m.
Da es nach dem Frühstück auch noch zu regnen begann war unser Frustlevel ziemlich hoch.
Auf alle Fälle fuhren wir nach ,Mount Cook Village‘, dass ca. 25 Km von unserem Campingplatz entfernt ist. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass das Wetter noch schlechter geworden ist. Also rein ins ,Visitor Centre‘ um sich eine kleine Ausstellung anzusehen. Dann kam doch die Sonne ein wenig heraus und wir machten uns bereit für unsere geplante Wanderung. Doch kaum bereit, begann es wieder heftig zu regnen. Nun wieder hinein in den Camper um ein wenig zu lesen. Wetter wird besser, fertig machen, Wetter wird schlechter. Rein ins Kaffeehaus, Wetter wird besser, fertig machen, Wetter wir schlechter.
So ging das bis zum Nachmittag. Dann war der Frustpegel schon fast am Höhepunkt und wir beschlossen, egal welches Wetter auch kommen mag, den ,Hooker Valley Track‘ zu gehen.
Mit Wandershirt, einer bzw. zwei Vliesjacke(n) und Regenjacke gut bekleidet, starten wir die Wanderung bei noch immer heftigem Wind und leichtem Regen.
Witterungsbedingt sahen wir von den umliegenden Bergriesen fast nichts. Sie waren alle mit einer dunklen Wolkendecke verhüllt. Doch diese zerriss schön langsam und nach einer guten halben Stunde mussten wir eine Umkleidepause einlegen. Die Sonne hatte sich am Himmel breitgemacht und fast alle Wolken waren weg. Alle Jacken wurden in den Rucksack gestopft und auch die Wanderhosen wurden abgezippt, sodass wir nun in Shorts und Shirts die Wanderung fortsetzen (und auch beenden konnten).
Die Sicht auf die Berge war nun unbeschreiblich. Fast zum Greifen nah waren die Gletscherfelder der uns umgebenden Bergriesen. Am Wendepunkt der Wanderung kamen wir zu einem See in dem der Gletscher des ,Mount Cook‘ mündet. Von allen Seiten wurde der See aus Wasserläufen und vielen kleinen Wasserfällen mit Wasser gespeist.
Einige Zeit genossen wir diesen Anblick um dann wieder zum Parkplatz zurück zu gehen, immer das grandiose Panorama der eisbedeckten Berge vor, neben und hinter uns.
So wurde aus dem schon verloren geglaubten Tag doch noch eine Zeit mit überwältigenden Eindrücken.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: